Medienforum.de

Ein Medium (lat.: medium = Mitte, Mittelpunkt) ist etwas in der Mitte Befindliches, dazwischen Liegendes; der Plural ist Medien, selten Media.

Unser Tipp:

SCDB.info - die aktuellsten Blitzerdaten in Europa für Ihr Navi!

Allgemeines

Zwei Verwendungen des Begriffs sind unterscheidbar:

  • Medium als stofflicher Vermittler: Ein Medium ist zunächst ein zwischen individuellen Körpern befindlicher raumerfüllender Stoff mit bestimmten Eigenschaften. Meist ist eine solcher Stoff ein chemischer Stoff. Das Medium eines Schwimmbeckens ist beispielsweise Wasser, jenes einer Sauna Luft oder Dampf. Weil Stoffe Impuls und Energie übertragen, können sie auch Information übermitteln. Die Übertragung von Schall benötigt z. B. einen vermittelnden Stoff wie Luft.
  • Medium als Übermittler von Informationen: Ausgehend von der stofflich vermittelten Informationsübertragung ergibt sich eine Verallgemeinerung, bei der die stoffliche Qualität eines Mediums in den Hintergrund tritt. Ein Medium kann hier ein Kommunikationsmittel beliebiger Art zwischen Sender und Empfänger bedeuten. Dies kann beispielsweise ein Brief, das Fernsehen, das Internet oder ein Mensch sein. Verwandte Bedeutungen treten in der Philosophie und Soziologie auf.


Definitionen

  • „Vermittlungsträger von Informationen“ (Horn/Kerner[1])
  • „Informationsvermittler zwischen Quelle und Senke“ (Fluckiger[2])
  • „Medien sind Mittler und bilden eine Sphäre der Vermittlung“ (Winkler[3])
  • „Institutionalisierte Kommunikationskanäle“ (Saxer[4])
  • „jedes Mittel, dass der Kommunikation und Publikation dient, bes. Presse, Funk und Fernsehen“ (Hoffmann[5])

Massenmedien

Massenmedien sind Kommunikationsmittel, über die ein Absender öffentlich Inhalte an eine nicht festgelegte Menge von Empfängern weitergibt.[1] Wesentlicher Aspekt von Massenmedien ist die Inanspruchnahme technischer Hilfsmittel, über die eine große, unpersönliche Verbreitung vereinfacht wird. Neben den klassischen Massenmedien wie Printmedien (Zeitungen und Zeitschriften), elektronischen Medien (Hörfunk und Fernsehen) wächst seit den 1990er Jahren die Bedeutung des Internets.

Im Zuge der Digitalisierung von Übertragungs- und Speichertechnik der Medien spricht man von digitalen Medien. Umgangssprachlich wird der Begriff teilweise verwendet, um die große Verbreitung eines Mediums zu bezeichnen.

Die mit Massenmedien einhergehende Massenkommunikation ist gegenüber der Individualkommunikation durch eine fehlende Auswahl der Empfänger und Beschränkung auf unidirektionalen Transport gekennzeichnet.

In demokratischen Staaten wird dem Journalismus in den Massenmedien häufig die Aufgabe zugeordnet, zur Meinungsbildung der Bevölkerung beizutragen, sowie Kontrolle und Kritik auszuüben. Siehe dazu Funktionen der Massenmedien.

Neue Medien

Der Begriff Neue Medien (Neue Dienste) bezeichnet zeitbezogen neue Medientechniken oder Neue Medien. Anfänglich wurde damit das Radio bezeichnet, in den Anfängen des Fernsehens wurde der Begriff dafür gebraucht, und mit dem Aufkommen von Videotext und BTX wurden diese als Neue Medien ausgezeichnet. Seit Mitte der 1990er Jahre ist er für alle elektronischen, digitalen, interaktiven Medien und den Kontext Multimedia und Netzpublikation gebräuchlich.

Dietrich Ratzke bezeichnete in seinem 1982 erschienenen Handbuch der Neuen Medien „alle Verfahren und Mittel (Medien), die mit Hilfe neuer oder erneuerter Technologien neuartige, also in dieser Art bisher nicht gebräuchliche Formen von Informationserfassung und Informationsbearbeitung, Informationsspeicherung, Informationsübermittlung und Informationsabruf ermöglichen“ als neue Medien.

Der Begriff bezieht sich sowohl auf Kommunikation im allgemeinen, wie auch die Ausdrucksmittel der zeitgenössischen Kunst (Medienkunst) und anderes Kulturschaffen.


Heutige Neue Medien

Heutzutage werden als Neue Medien meistens Medien bezeichnet, die Daten in digitaler Form übermitteln oder auf Daten in digitaler Form zugreifen, also z. B. E-Mail, World Wide Web, DVD, CD-ROM, MP3, usw. Im engeren Sinne sind Dienste gemeint, die über das Internet möglich sind.

Als Kennzeichen der Neuen Medien lassen sich die rechnergestützte Handhabung, das digitale Vorliegen der Daten sowie die Interaktivität beim Umgang mit diesen Daten festhalten. Erst die Digitalisierung von Informationen, Ton, Bild, Bewegtbild, usw. und die schnelle Weiterentwicklung der Kompressionsverfahren ermöglichten die Bewältigung der enorm großen Datenmengen, wodurch der Übergang von der Dienstleistungsgesellschaft in die Informationsgesellschaft eingeleitet wurde. Manchmal wird auch der Begriff Multimedia durch den der Neuen Medien ersetzt, da durch die Digitalisierung die Integration von allen möglichen Kommunikationswegen wie Sprache und Text, Video und Audio, Telekommunikation, Unterhaltungselektronik und Computertechnik geschehen kann. Dieses Zusammenwachsen ist kennzeichnend für die Angebote der neuen Informations- und Medienwelt.