Das Medienforum NRW 2017 mit fokussiertem Programm zur aktuellen Debatte um die Regulierung von sozialen Netzwerken und die Medienvielfalt in der digitalen Demokratie

10. 05. 2017
Pressemeldung

  • Gemeinsame Eröffnung von Medienforum NRW und ANGA COM mit Diskussion zu „Gigabit, 4K und Over the Top: Breitband und Medien in der Disruption“, u.a. mit Anke Schäferkordt (Mediengruppe RTL Deutschland), Niek Jan van Damme (Deutsche Telekom AG), Carsten Schmidt (Sky Deutschland), Lutz Schüler (Unitymedia) und Hannes Ametsreiter (Vodafone Deutschland)
  • Debatte zur Regulierung von sozialen Netzwerken in Zeiten von Hate Speech mit Keynote Tobias Schmid (Landesanstalt für Medien NRW), u.a. mit Dr. Frauke Gerlach (Grimme Institut), Paul Nemitz (Generaldirektion Justiz und Verbraucher der Europäischen Kommission), Prof. Dr. Karl- Eberhard Hain (Universität zu Köln) und Sabine Frank (Google Germany)
  • Diskussion zum Fernsehmarkt: Wie steht es um die Anbietervielfalt (in Kooperation mit der ANGA COM) a. mit Susanne Aigner-Drews (Discovery Networks Deutschland), Dr. Matthias Kirschenhofer (Sport 1 Media), Simin Lange (Sky Deutschland), Siegfried Schneider (BLM) und Torsten Rossmann (Welt N24)
  • Neues Format „One-on-One“: Jeweils zwei Experten diskutieren in 20 Minuten drängende Fragen der Medienpolitik wie EU-weites Verlegerrecht, Plattformregulierung und Adblocker. Mit Oliver Süme (eco – Verband der Internetwirtschaft), Dr. Thomas Höppner (Technische Hochschule Wildau/Partner der Kanzlei Hausfeld RA), Dr. Wolf Osthaus (Unitymedia), Claus Grewenig (Mediengruppe RTL Deutschland), Dr. Cornelis Lehment (Rechtsanwalt, Lubberger Lehment) sowie Volker Tripp (Digitale Gesellschaft).
  • Debatte zu Medienvielfalt in der digitalen Demokratiea. mit Prof. Dr. Wiebke Möhring (TU Dortmund), Dr. Marc Jan Eumann (Staatssekretär für Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen), Hans Demmel (VPRT), Prof. Dr. Ralf Müller-Terpitz (KEK) und Andreas Tyrock (WAZ)
  • Networking und Abendevents

Das 29. Medienforum NRW widmet sich aktuellen Themen wie Hate Speech und Medienregulierung mit Debatten, Keynotes und Streitgesprächen. Der Kongress findet am 30. Mai in der Koelnmesse erstmals im Congress-Centrum Nord statt. Er startet mit einer gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung mit der ANGA COM. Die ANGA COM setzt ihren Kongress mit den Programmteilen Strategie und Technik für ihre Besucher aus der Medien- und die Breitbandbranche am 31. Mai und 1. Juni ebenfalls in der Koelnmesse fort.

Gemeinsame Eröffnungsveranstaltung mit ANGA COM

Die gemeinsame Eröffnungsveranstaltung von Medienforum und ANGA COM steht unter dem Titel „Gigabit, 4K und Over the Top: Breitband und Medien in der Disruption“. Hierzu diskutieren Dr. Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland / Mitglied im Executive Committee der Vodafone Group; Niek Jan van Damme, Vorstand Deutschland, Deutsche Telekom AG; Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin Mediengruppe RTL Deutschland; Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung, Sky Deutschland; Lutz Schüler, CEO, Unitymedia; Ronny Verhelst, CEO Tele Columbus Gruppe und Christoph Vilanek, CEO freenet A.G.

Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Europa und Medien, Staatskanzlei NRW: „Wir in NRW haben den Anspruch, Veränderungen in der Medien- und Netzwelt nicht nur zu beobachten, sondern sie zu gestalten – und zwar in engem Austausch mit allen relevanten Akteuren. Deshalb freue ich mich sehr, dass es den Machern von Medienforum und ANGA COM einmal mehr gelungen ist, ein kompaktes, hochaktuelles Programm zusammenzustellen. Es zeigt, dass sich diese Veranstaltung in der Kooperation beider Partner zu einem unverzichtbaren Treffpunkt für die Breitband- und Medienbranche entwickelt hat und ich bin sicher, auch von der gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung werden wieder wichtige Impulse für die technischen wie medienpolitischen Herausforderungen unserer Zeit ausgehen.“

Dr. Peter Charissé, Geschäftsführer der ANGA COM: „In 2017 starten wir durch: Mit neuen Hallen, einem modernen Konferenzzentrum und einer attraktiven Open Air Plaza wird die ANGA COM beim Erscheinungsbild ein neues Level erreichen. Unter dem Motto ‚Where Broadband meets Content’  werden wir gleichermaßen Breitbandthemen und aktuelle Entwicklungen im Fernsehmarkt adressieren.“

Jan Lingemann, Leiter Mediennetzwerk.NRW: „Das Medienforum NRW fokussiert sich in diesem Jahr auf besonders brisante medienpolitische Themen wie die Regulierung von sozialen Netzwerken und Medienvielfalt in der digitalen Demokratie. Erstmals präsentieren wir auch das neue Format ‚One-on-One,‘ bei dem zwei Experten ihre Positionen kontrovers diskutieren. Damit bieten wir auch in diesem Jahr der Branche ein ideales Forum für den Austausch.“

 

Das Programm im Überblick

Wer zügelt das Netz? Zur Regulierung von sozialen Netzwerken in Zeiten von Hate Speech

Soziale Netzwerke werden verstärkt genutzt, um Hass zu schüren, andersdenkende Menschen zu verunglimpfen und zu denunzieren. Nach wie vor fehlen feste Regeln für die Kommunikation im Netz. Die Bundesregierung will die Gesetze für Beleidigungen in den sozialen Netzwerken verschärfen, doch reichen neue Gesetze aus, um Hass, Gewaltandrohung und Beleidigung aus sozialen Netzwerken zu verbannen?Nach einer Keynote von Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) diskutieren neben ihm u. a. Dr. Frauke Gerlach, Direktorin Grimme Institut, Dr. Klaus-Ulrich Moeller, Commissioner for UN Affairs, Diplomatic Council, Paul Nemitz, Direktor Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit, Generaldirektion Justiz und Verbraucher der Europäischen Kommission und Prof. Dr. Karl-Eberhard Hain, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Medienrecht an der Universität zu Köln.

Über die Frage Wie steht es um die Anbietervielfalt im Fernsehmarkt (in Kooperation mit der ANGA COM) diskutieren Susanne Aigner-Drews (Discovery Networks Deutschland), Dr. Matthias Kirschenhofer (Sport 1 Media), Simin Lange (Sky Deutschland), Siegfried Schneider (Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, BLM) und Torsten Rossmann (Welt N24).

Das Medienforum NRW präsentiert am 30. Mai in Köln erstmals das neue Format „One-on-One“. Hier diskutieren jeweils zwei Experten 20 Minuten ein medienpolitisches Top-Thema, das die Branche bewegt. Das erste Streitgespräch befasst sich mit dem brisanten Thema Verleger kontra Internet? – Schützt ein EU-weites Verlegerrecht überholte Geschäftsmodelle? Um die Zeitungsbranche im Zeitalter des Internets zu stärken, will die EU-Kommission Verlegern mehr Rechte an Online-Inhalten einräumen. Darüber sprechen Oliver Süme, Vorstand Politik & Recht beim eco – Verband der Internetwirtschaft und Prof. Dr. Thomas Höppner, Professor für Wirtschaftsrecht an der Technischen Hochschule Wildau und Partner der Kanzlei Hausfeld Rechtsanwälte. Die Veranstaltung, die von 15.00 Uhr bis 15.20 Uhr stattfindet, wird von dem Berliner Medienjournalisten Jörg Wagner (RBB) moderiert.

Mit der Frage „Wie viel – oder wenig – Plattformregulierung ist nötig, um für die Mediennutzer den Zugang zu einem möglichst vielfältigen Angebot an audiovisuellen Medieninhalten zu sichern?“ beschäftigt sich das anschließende One-on-One um 15.20 Uhr. Hier geht es um Dienste, die der Bündelung und Weiterverbreitung audiovisueller Inhalte dienen. Zusätzlich zu den klassischen Kabelnetzen sind in diesem Bereich neue Angebotsformen entstanden, z.B. Streaming-Plattformen und Smart-TVs. Im Fokus stehen Themen wie die Diskriminierungsfreiheit, Transparenz und Nutzerautonomie. Dr. Wolf Osthaus (Senior Vice President Regulatory and Public Policy, Unitymedia) und Claus Grewenig (Bereichsleiter Medienpolitik, Mediengruppe RTL Deutschland) werden den Sachverhalt beleuchten. Die Moderation übernimmt die Journalistin Diemut Roether (epd medien).

Wohl kaum ein Thema ist in der Medien- und Werbe-Branche so in der Kritik wie Adblocker. So drängt beispielsweise der Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen auf ein Vertriebsverbot für Programme, die Werbung auf journalistischen Angeboten blockieren. Das Medienforum NRW befasst sich kontrovers damit um 15.40 Uhr: Über Adblocker und weitere Werbehindernisse. Schutz vor Werbeüberflutung oder Gefahr für die Medienvielfalt? Auf dem Podium sprechen Dr. Cornelis Lehment (Rechtsanwalt, Lubberger Lehment) und Volker Tripp (Politischer Geschäftsführer, Digitale Gesellschaft). Moderation: Anja Backhaus (WDR).

Medienvielfalt in der digitalen Demokratie. Make the Truth great again!

Fast 20 Prozent der Online-Nutzer in Deutschland gewinnen schon heute ihre Nachrichten aus Facebook, Twitter & Co. Meinungsbildungsprozesse sind ohne Intermediäre nicht mehr denkbar. Sie durchdringen die Informations- und Kommunikationspraktiken heute in vielfältiger Weise. Ein demokratisches Gemeinwesen muss ein elementares Interesse an einer medialen Vielfalt auf allen Kommunikationskanälen, an der Offenhaltung von Kommunikationsprozessen und an einem Höchstmaß kommunikativer Chancengleichheit haben. Die Frage, wie soziale Medien kontrolliert werden können, was sie für die Vielfaltssicherung bedeuten und welche Rollen die klassischen Medien hierbei spielen, steht im Mittelpunkt dieser Diskussion.

Nach einem Impulsreferat von Prof. Dr. Wiebke Möhring, Professorin für Online- und Printjournalismus am Institut für Journalistik, TU Dortmund, diskutieren neben ihr u.a. Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Europa und Medien, Staatskanzlei NRW, Hans Demmel, Vorstandsvorsitzender, Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Prof. Dr. Ralf Müller-Terpitz, Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) und Andreas Tyrock, Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

 

Anmeldung und Programm

Informationen zu den Kongressprogrammen von Medienforum NRW und ANGA COM stehen unter www.medienforum.de bzw. www.angacom.de zur Verfügung. Die Anmeldung kann unter www.angacom.de/besucher/tickets.html erfolgen. Abendveranstaltungen sind ausgenommen.

Presseakkreditierung

Die Presseakkreditierung für Medienforum NRW und ANGA COM erfolgt über die ANGA COM unter http://www.angacom.de/journalisten/akkreditierung.html. Die Akkreditierung berechtigt zum Besuch der Veranstaltungen beider Kongresse.

Zum Hintergrund:

Das diesjährige Medienforum NRW wird vom Mediennetzwerk.NRW veranstaltet. Es hat die bisherigen Aufgaben des Mediencluster NRW, das in den letzten Jahren für die Programmentwicklung und Durchführung des Medienforum NRW verantwortlich war, im Januar 2017 übernommen. Vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung nach den Regeln des EU-Vergaberechts, die Ende 2016 abgeschlossen wurde. Finanziert wird das Mediennetzwerk.NRW jeweils hälftig durch das Land Nordrhein-Westfalen und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).